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Markt-Update Wydler Asset Management 04. Februar 2026
Wie stellt sich die Situation aktuell dar?
1. Edelmetalle
KI? Der Hype scheint für den Moment vorbei. Kryptowährungen? Nach ca. -40% in kurzer Zeit fragwürdig. Und auch bei Edelmetallen fand die Begeisterung nach geradezu traumwandlerischen Gewinnen ein jähes Ende. Das Narrativ vieler marktschreierischer Verkäufer, Gold sei eine narrensichere Anlage und es gehe einfach immer weiter und nur nach oben, hat ein paar ernsthafte Risse bekommen.
Wer sich nach der „greater fool theory“ in der vergangenen Woche noch in den Markt hineinziehen ließ, bezahlte bitteres Lehrgeld. Keine Anlageklasse auf dieser Welt ist eine Einbahnstraße und immer gilt, wenn sich Kurse (übrigens egal ob nach oben nach unten) zu weit von ihrem mittleren Preisniveau entfernen, kehren sie früher oder später dorthin zurück.
Nachstehender Chart zeigt die außergewöhnliche Preisentwicklung von Gold (blau) und Silber (rot), stark beschleunigt in den letzten drei Monaten, das Bild darunter den Crash der letzten Tage:
Quelle: Boerse.de
Quelle: Boerse.de
Typischerweise nehmen solche starken Kursbewegungen eine gewisse Zeit in Anspruch, bis sich wieder Beruhigung einstellt, bis dahin ist mit weiterhin erhöhter Volatilität zu rechnen.
2. Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaft soll 2026 zwar wachsen, aber letztlich wohl weniger als erhofft. Der Arbeitsmarkt zeigt in Deutschland wie auch in den USA negative Tendenzen und fällt somit als große Stütze für eine ökonomische Belebung wohl eher aus. Die permanente Diskussion über Strafzölle von verschiedensten Seiten schafft für Unternehmen weltweit keinerlei Visibilität, sondern nur Unsicherheit, was der Konjunktur ebenfalls nicht auf die Sprünge hilft. Unwägbarkeiten führen nicht nur bei Firmen, sondern auch bei den Endverbrauchern zu Zurückhaltung und damit auf allen Seiten zu reduzierten Ausgaben.
3. Zinsen und Währungen
Waren die Zinsen letztes Jahr klar auf dem Rückmarsch von vorher ungeahnten Höhen, wird sich 2026 diese Entwicklung nicht einfach so fortsetzen. Die Inflationsraten in Europa und USA waren zwar rückläufig, aber ob von den aktuellen Levels aus noch viel Luft nach unten besteht, darf zurecht bezweifelt werden. Am langen Ende sind die Zinsen bereits wieder deutlich angestiegen. Die Zinsen in Japan sind in den letzten Wochen geradezu explodiert und haben Niveaus erreicht wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr.
Auch die Währungen präsentieren sich zu Beginn des neuen Jahres alles andere als stabil. Der japanische Yen hat gegenüber dem Dollar deutlich abgewertet, welcher wiederum gegenüber dem Euro stark nachgab. Letzterer aber kommt gegenüber dem Schweizer Franken unter Druck, welcher nun erneut die Marke von 0,92 zu durchbrechen versucht.
4. Weltpolitik
Gefühlt droht an allen Ecken und Enden eine Eskalation, deren Ausmaß zwar unterschiedlich ausfallen, am Ende des Tages aber erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Entspannung an den von uns bereits mehrfach erwähnten Krisenherden sieht definitiv anders aus.
Das Damokles-Schwert per se ist und bleibt China und dessen Aggressionen gegenüber Taiwan. Militärische Provokationen, Manöver der chinesischen Marine im Südchinesischen Meer und scharfe Rhetorik der Machthaber in Peking erhöhen zusehends das Konfliktpotenzial im Drachenstaatenraum. Ein Überfall auf Taiwan hätte disruptive Störungen signifikanter weltweiter Lieferketten zur Folge.
Welche Auswirkungen hat die Situation auf die Kapitalmärkte?
Obgleich das neue Jahr höchst vielversprechend begann, waren die Volatilitäten einmal mehr beachtlich. Die Trump’sche Strategie (wenn wir sie denn so nennen wollen), mit der Androhung von Zöllen einen Grönland-„Deal“ zu erzielen, erwies sich als Eigentor. Erst ein Zurückkrebsen seinerseits verschaffte den Aktienmärkten wieder etwas Ruhe.
An den Anleihemärkten setzt sich die Unruhe aus Japan fort und führt zu Druck auf viele Bonds, insbesondere im Bereich der Staatsanleihen. Die Auswirkungen zeigen einmal mehr, wie nervös viele Marktteilnehmer agieren und dass viel Kapital aktuell nicht in sicheren und ruhigen, sondern vielmehr in sehr zittrigen Händen liegt.
Was passiert in unseren Fonds?
Die Unruhe an den Anleihemärkten hat unseren Wydler Global Bond Fund bislang wenig tangiert. Dies ist auch unserer Anlagepolitik geschuldet, da wir bereits seit längerer Zeit komplett Abstand von Staatsanleihen genommen haben. Die teils horrenden Staatsverschuldungen halten wir für respektabel im Sinne von riskant und bleiben diesem Segment weiter fern. Wir fahren eine Strategie der vorsichtigen Anlagen im Investment-Grade-Bereich und halten die durchschnittliche Restlaufzeit trotz höherer Zinsen bei langen Laufzeiten bei nach wie vor unter drei Jahren. Qualität und Handelbarkeit genießen Vorrang vor attraktiveren, aber auch riskanteren Investments.
Auf der Aktienseite haben wir im Wydler Global Equity Fund den Schwung aus dem letzten Jahr voll mitgenommen, im Bewusstsein, dass die Party jederzeit abrupt beendet werden kann. Auch hier bleiben wir unserer Linie zu qualitativ hochwertigen, gut gemanagten Unternehmen mit solider Bilanz treu und versuchen unsere Absicherungsstrategien maximal flexibel und effizient zu gestalten. Die Balance zwischen „nach oben dabei“ zu sein und „nach unten möglichst wenig verlieren“ wird auch 2026 zu einer großen Herausforderung, welche wir aber gerne mit all unserer Erfahrung annehmen.
Zusammenfassung
Die Nervosität der Märkte ist spürbar und allgegenwärtig. Edelmetalle, Währungen, Zinsen und auch einzelne Aktien weisen Schwankungen in selten gesehenen Ausprägungen auf. Diese Ansätze sind lediglich ein Indiz dafür, dass in der Zukunft mit höheren Volatilitäten und somit auch durchaus mit Verwerfungen zu rechnen ist.
Dennoch ist ein kompletter Rückzug keine Option, denn nicht investiertes Geld hat auch keine Chance, einen Return zu erwirtschaften.
Qualität bringt Stabilität ins Depot und in Kombination mit Absicherungen lassen sich auch in volatilen Zeiten vernünftige Wertentwicklungen erzielen. Gerade in hektischen Marktphasen ist frei nach Konrad Andenauer wichtig, nicht Fantasien oder Utopien nachzulaufen, sondern die realen Gegebenheiten und Möglichkeiten zu erkennen. Unsere Kunden vertrauen auf unsere jahrzehntelange Erfahrung und das tun sie zurecht, haben wir doch gerade in Zeiten von Krisen deutlich bessere Ergebnisse als die Märkte erzielt.
Ihr Kontakt zu uns
Christian Weber
Tel: +41 44 575 18 29
Mail: christian.weber@wydlerinvest.ch
Thomas Fischer
Tel: +49 821 7898 5124
Mail: thomas.fischer@wydlerinvest.de
Walter Mittermüller
Tel: +49 821 7898 5099
Mail: walter.mittermueller@wydlerinvest.de
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