Sie sind hier: Startseite –
Quartalsbericht Q2/2025
Rückblick
Die USA sind nicht mehr „AAA“, besitzen also als Schuldner nicht mehr die beste Einstufung und damit nicht mehr beste Qualität. Die Ratingagentur Moody’s folgte den beiden anderen wichtigen Agenturen Standard & Poors sowie Fitch und entzog final den USA ihr Toprating. Schlechtere Kreditratings führen in aller Regel zu einer Verschlechterung der Konditionen an den Anleihemärkten und somit zu einer Verteuerung der Refinanzierung. Für US-Präsident Trump kommt diese Ankündigung zur Unzeit, denn das Staatsdefizit dürfte weiter ansteigen und die Zinslast damit entsprechend wachsen.
Die Börsen starteten das zweite Quartal mit massiven Abwärtsbewegungen. Hauptgrund waren heftige Strafzölle, mit welchen die US-Regierung nahezu alle Importe in die USA belegen will. Speziell gegenüber China präsentierte sich Trump als Falke und überschlug sich nahezu täglich mit neuen und noch höheren Zöllen. Die erratischen Ankündigungen seitens Trump führten in der Folge zu einer wahren Achterbahnfahrt der Kurse, die teils herben Verluste wurden mittlerweile aber weitgehendst wieder aufgefangen.
Gold erreichte im April mit 3.500 USD pro Unze einen neuen Höchststand, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten und zu tieferen Notierungen führten. Durch die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem Iran und die damit wieder steigende generelle Verunsicherung an den Märkten wurde aber ein weiteres Absacken verhindert und so handelt das beliebte Edelmetall inzwischen wieder in der Nähe seiner bisherigen Höchstkurse.
Die Europäische Zentralbank EZB setzte ihren geldpolitisch lockeren Kurs fort und drehte im Juni die Zinsschraube erneut nach unten. Durch die mittlerweile achte Zinssenkung in Folge liegt der Leitzins nun bei glatt 2,0%. Begründet wurde der Schritt mit bestehenden Risiken für die Konjunktur, denen mal entsprechend begegnen wolle sowie mit der weiteren Entspannung auf der Inflationsseite.
Die Schweizer Nationalbank SNB hat ihren Leitzins mit ihrer im Juni erfolgten Zinssenkung auf Null gesenkt und damit das Schreckgespenst eventuell folgender Negativzinsen wieder zum Leben erweckt. SNB-Chef Martin Schlegel schloss dieses Szenario nicht kategorisch aus, auch wenn er von hohen Hürden, Risiken und Nebenwirkungen negativer Zinsen sprach. Übersommern wird die Schweiz aber definitiv mit Nullzinsen, die nächste Notenbanksitzung der Eidgenossen findet erst Ende September statt.
Performance
Unser Aktienfonds konnte im ersten Halbjahr ein Ergebnis von +8,79% in Schweizer Franken und +9,41% in Euro erzielen. Im Vergleich dazu die großen Indizes: DAX +20,09%, der STOXX600 (Europa) +9,26%, der S&P500 (USA) -6,56% und der MSCI World (weltweit) -3,30% (alle Werte in EUR). Die Zusammensetzung unseres Portfolios erweist sich weiterhin als richtig. Mit sinnvoll kalkuliertem Risiko erzielen wir solide Gewinne, halten aber gleichzeitig an unseren Absicherungen fest.
Bei unserem Bondfonds stehen bis zur Jahresmitte in der Schweizer-Franken-Tranche +1,62%, in der Euro-Tranche +1,83%. Das Downgrade von Moody’s bei US-Staatsanleihen ging an unserem Fonds nahezu spurlos vorüber, was auch damit zu tun hat, dass wir keinen einzigen US-Treasury-Bond halten. Wir sehen uns in unserer Entscheidung, die durchschnittliche Restlaufzeit bewusst kurz zu halten, voll bestätigt und werden diesen Weg weiter beschreiten.
Aktuelle Positionierung
Aktienfonds:
Die Schwächephase zu Beginn des Quartals haben wir zum Aufbau von zyklischen Titeln im Konsum-, Industrie- und Technologiesektor genutzt. Im Gegenzug entschieden wir uns dazu, Pharma- und Biotechtitel leicht zu reduzieren. In der zweiten Hälfte des Quartals konnten wir Gewinne realisieren, um aber weiterhin an der positiven Stimmung an den Märkten zu partizipieren, haben wir größere Positionen mit starken Gewinnen etwas reduziert und breiter abgestützt reinvestiert. Gleichzeitig haben wir gegen Ende des Quartals unsere Absicherungsstrategien verstärkt, weil in Gesprächen mit Unternehmen deutlich wurde, dass sich die US-Zollpolitik negativ auf Auftragseingänge, Umsätze und Margen ausgewirkt hat.
Wir gehen davon aus, dass insbesondere zyklische Unternehmen ab Mitte Juli enttäuschende Quartalszahlen vorlegen werden, eine Entwicklung, die in den aktuellen Kursen noch nicht vollständig eingepreist ist. Entsprechend bleiben wir breit diversifiziert und vorsichtig positioniert. Trotz dieser insgesamt eher defensiven und grundsätzlich risikoaversen Positionierung konnten wir den zwischenzeitlichen Rücksetzer vom April wieder aufholen und das Quartal nahe dem Höchststand abschließen. Angesichts der politischen Unsicherheiten unter Präsident Trump steuern wir unsere Absicherungsstrategien aktiv und nutzen Marktschwankungen gezielt zu unserem Vorteil.
Bondfonds:
Im Zeitraum Anfang März bis Mitte April haben die Anleihemärkte einen Abschwung hinnehmen müssen, auch bedingt durch die Trump’schen Zollankündigungen und den daraus entstandenen Unsicherheiten. Auch wenn wir uns nicht komplett entziehen konnten, so konnte unser Fonds bereits im April, als die Märkte noch nach unten tendierten, wieder deutlich zulegen und somit das Quartal im Positiven beenden.
Auf der Transaktionsseite sind wir weiter auf der Investment-Grade-Schiene unterwegs, kaufen also ausschließlich Papiere guter Qualität. Dies hat insbesondere in den Monaten April und Mai zu einer gestiegenen Stabilität im Fonds geführt, während der breite Markt doch klar nachgegeben hat. Wo wir gute Qualität zu attraktiven Preisen finden, sind wir auch bereit, leicht längere Restlaufzeiten mit ins Portfolio zu nehmen, halten die Duration aber nach wie vor bewusst relativ kurz.
Ausblick
AKTIEN
Mit dem von Donald Trump am 02. April ausgerufenen „Liberation Day“ begann ein neues Kapital im Handelskrieg mit China. Auch wenn die US-Administration zwischenzeitlich – und nicht nur gegenüber China, sondern auch anderen Handelspartnern – wieder eingelenkt und die Zölle zumindest zeitweise ausgesetzt hat: Es ist viel Vertrauen zerstört worden. Weder Staaten noch Unternehmen und schon gar nicht Investoren schätzen ein Regime, welches unkalkulierbar erscheint und somit weitere Unsicherheiten vorprogrammiert sind.
Bemerkenswert ist, dass der S&P500 seine im April eingefahrenen Verluste nur sehr mühevoll wieder wettmachen konnte. Im Rahmen der Erholungsbewegung traten zudem auffällig viele Gaps, also Lücken, zwischen den Schluss- und den Anfangskursen einzelner Tage auf. In der Historie waren solche Bewegungen klar häufiger in Bären- als in Bullenmärkten zu beobachten. Da Lücken in aller Regel im weiteren Verlauf wieder geschlossen werden, sollte aufgrund der diversen entstandenen sogenannten run-away-gaps eine Rückschlaggefahr einkalkuliert werden.
Das Gesamtszenario bleibt also angeschlagen und die geopolitische Lage hat sich durch die jüngsten Entwicklungen in keinster Weise stabilisiert. Angesichts der aktuellen Levels stellt sich die Frage, ob und falls ja wieviel Platz überhaupt noch nach oben vorhanden sein soll. Das Potenzial in amerikanischen Aktien scheint weitgehend ausgereizt, der Zinssenkungsspielraum für die FED begrenzt. Dagegen könnten europäische Unternehmen von der fortgeführten lockeren Zinspolitik der EZB profitieren.
WELTPOLITIK
Die Eskalation im Nahen Osten deutete sich über viele Jahre hinweg an, seit der Iran mit der Anreicherung von Uran begonnen hatte, letztlich immer mit dem Ziel, eines Tages im Besitz einer militärisch nutzbaren atomaren Waffe zu sein. Der von Israel als „Präventivschlag“ bezeichnete Militäreinsatz kam zum aktuellen Zeitpunkt zwar überraschend, muss in Summe aber nur als eine logische Konsequenz der Entwicklung aus den letzten Monaten angesehen werden. Ob die Attacke durch US-Bomber die iranische Atomanlage Fordo tatsächlich zerstört hat, ist weiter unklar. Öl und Gold schossen in der Folge nach oben und die Notierungen bergen das Potenzial eines weiteren Anstiegs.
Sollte der Iran wie angedroht die Straße von Hormus tatsächlich zu blockieren und damit eine der Haupthandelsrouten für Öl und Gas aus dem Verkehr ziehen, wäre eine weitere Preisexplosion des Öls (und auch von Erdgas) vorprogrammiert. Etwa ein Fünftel der weltweiten Erdölexporte und sogar fast ein Viertel von Liquid Natural Gas passiert die Meerenge zwischen Oman und Iran. Saudi-Arabien beispielsweise transportiert den Großteil seiner Förderung durch die Wasserpassage in Richtung seiner internationalen Abnehmer.
Schon in der Vergangenheit hatte der Iran mehrfach mit einem solchen Schritt gedroht, eine Blockade allerdings nie realisiert. Dadurch könnten Lieferketten nachhaltig beschädigt werden, was vor allen Dingen die USA auf den Plan rufen würde, die ohnehin einen Teil ihrer militärischen Flotte und auch diverse Kampfjets schon vor Ort stationiert haben, um „US-Interessen zu verteidigen und die Freiheit der Schifffahrt in der Region zu sichern“, so das Pentagon. Die zuletzt gesehene Entspannung zwischen allen Beteiligten lässt hoffen, dass die Lage am Persischen Golf zumindest nicht weiter eskaliert.
Zusammenfassung
Auch das laufende Jahr ist durch starke Ausschläge gekennzeichnet. Während die EU-Wirtschaft minimale Anzeichen einer möglichen Erholung sendet, unterstützt durch die fortwährenden Zinssenkungen der EZB, wächst bei der US-Konjunktur die Sorge einer Rezession. Das Negativwachstum der US-Wirtschaft im ersten Quartal (-0,3%) war ein erstes Anzeichen der bestehenden Zoll-Unsicherheit und wird in den nächsten Wochen die Robustheit auf eine harte Probe stellen. Dazu kommt die geopolitische Gesamtgemengelage, die jederzeit die Volatilität befeuern und damit temporäre Rücksetzer auszulösen kann. Im Vergleich zum Umfeld wirkt die stoische Ruhe der Investoren paradox, gleichgültig, einschläfernd und prekär gleichermaßen.
Einmal mehr ist Diversifikation das Gebot der Stunde. Daher stellen wir uns sowohl auf der Aktien- wie auch auf der Anleihenseite breit und auch qualitativ so gut wie möglich auf. Gerade in unsicheren Zeiten sind Absicherungsstrategien ein probates Mittel, den Kapriolen an den Märkten zu trotzen und das uns anvertraute Vermögen vernünftig schützen zu können. Diesem Ansatz bleiben wir weiter treu.
Disclaimer
Dieses Dokument wurde von der Wydler Asset Management (Deutschland) GmbH entworfen und hergestellt, dennoch übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit.
Die Informationen werden mit größter Sorgfalt zusammengetragen und erstellt und stammen aus eigenen oder öffentlich zugänglichen Quellen, die für zuverlässig gehalten werden. Eigene Darstellungen und Erläuterungen beruhen auf der jeweiligen Einschätzung des Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung, auch im Hinblick auf die gegenwärtige Rechts- und Steuerlage, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern kann.
Die Inhalte dieses Dokuments stellen keine Handlungsempfehlung dar, sie ersetzen weder die individuelle Anlageberatung noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Die abgebildeten Informationen stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch sollten allein aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide gefällt werden. Sie stellen insbesondere keine Empfehlung, kein Angebot, keine Aufforderung zum Erwerb/Verkauf von Anlageinstrumenten oder zur Tätigung von Transaktionen oder sonstigen Rechtsgeschäften dar.
Die Wydler Asset Management (Deutschland) GmbH übernimmt keine Haftung für etwaige Schäden oder Verluste, die direkt oder indirekt aus der Verteilung oder der Verwendung dieses Dokuments oder seiner Inhalte entstehen. Die Grafiken oder Angaben von Wertentwicklungen veranschaulichen die Wertentwicklung in der Vergangenheit. Die zukünftigen Werte können sowohl niedriger als auch höher ausfallen.
Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes ist nur der Wydler Asset Management Gruppe vorbehalten, Ausnahmen bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Gesellschaft.
Ausführliche produktspezifische Informationen und Hinweise zu Chancen und Risiken unserer Fonds entnehmen Sie bitte den aktuellen Verkaufsprospekten, den Anlagebedingungen, den wesentlichen Anlegerinformationen sowie den Jahres- und Quartalsberichten, die Sie kostenlos in deutscher Sprache von uns erhalten können. Diese Dokumente bilden die allein verbindliche Grundlage für den Kauf der Fonds.
Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 02. April 2024, soweit nicht anders angegeben.
Ihr Kontakt:
Wydler Asset Management (Deutschland) GmbH, Viktoriastr. 3b, 86150 Augsburg,
Tel. +49 821 7898 5124, www.wydlerinvest.de, E-Mail: info@wydlerinvest.de, Amtsgericht Augsburg HRB 33842, Sitz: Augsburg, Geschäftsführer: Thomas Fischer
Buchen Sie jetzt direkt ein Erstgespräch
Gerne persönlich oder digital, bequem und einfach von zu Hause aus. Ressourcenschonend ohne Reiseaufwand.
Sie sind hier: Startseite –